Wunderkinder
Drama
Empfohlene Jahrgangsstufen:
ab 8. Klasse | ab 13 Jahren
FSK: 12
Empfohlene Fächer: Religion/Ethik, Geschichte, Kunst, Musik, Pädagogik,Sozialkunde
Themen: Musik, Freundschaft, Kindheit, Familie, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Sowjetunion, Religion, Judentum, Holocaust
FSK: 12
Empfohlene Fächer: Religion/Ethik, Geschichte, Kunst, Musik, Pädagogik,Sozialkunde
Themen: Musik, Freundschaft, Kindheit, Familie, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Sowjetunion, Religion, Judentum, Holocaust
Laufzeit: 96 Minuten
Inhalt
1941: Hanna, Tochter eines deutschen Brauereidirektors, lebt mit ihren Eltern in der Ukraine. Sie hat Talent zum Geige spielen, und so lernt sie Abrascha und Larissa kennen, Kinder russischer Juden, die mit ihrem exzellenten Violin- und Klavierspiel in der Sowjetunion bereits als musikalische Wunderkinder und Botschafter einer neuen Bildung gefeiert werden. Nachdem es Hanna gelingt, von der strengen Musiklehrerin gemeinsam mit den beiden unterrichtet zu werden, werden die Kinder zu Freunden. Als sich die Deutschen mit dem Vormarsch der Wehrmacht vor den Staatssicherheitskommandos des NKGB verstecken müssen, helfen ihnen die jüdischen Familien der Kinder; diese erfahren nun, als sie ihrerseits von den Nazi-Schergen verfolgt und deportiert zu werden drohen, Fürsprache von Hannas Vater. Bei einem von der SS organisierten Konzert zu Himmlers Geburtstag sollen Larissa und Abrascha eine Chance bekommen, um ihr Leben zu spielen.
Umsetzung
Gerahmt von der Erzählung der jetzt längst erfolgreichen Geigerin Hanna, die sich ihrem Enkelkind gegenüber an ihre künstlerischen Anfangszeiten in Russland erinnert, entwickelt sich die parallel geführte Kerngeschichte dreier nicht nur durch ihre Begabung verbundenen Kinder aus Familien unterschiedlicher Religiosität und Nationalität. Im Fokus des entsprechend ausgestatteten, mit Spannungselementen forcierten Historien-Dramas steht die rührende Freundschaftsgeschichte; dadurch wird das komplexe, historisch fremde Sujet nachvollziehbar auf Augenhöhe von Kindern erzählt und in deren Erfahrungshorizont transferiert. Besonders im dramatischen Finale nutzt der Film auch die dramaturgischen Möglichen von Pathos, Emotionalisierung und Fiktionalisierung – ohne seine Glaubwürdigkeit angesichts der Vielzahl tatsächlich ermordeter jüdischer Kinder an ein historisch nicht verbürgtes Happy End zu verraten.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die Erzählperspektive sowie die spannend erzählte Freundschafts- und Wunderkinder geschichte im Zentrum des Geschehens bieten Schüler/innen ab den mittleren Jahrgangsstufen identifikatorische Zugänge zu einem für Heranwachsende wichtigen historischen Thema der Erinnerungskultur. Dessen filmisch dargestellte Facetten können in diversen pädagogischen Zusammenhängen reflexiv eingeholt werden. Dabei dürften Bewunderung für das musikalische Talent der Kinder ebenso mitspielen wie Empathie für die durch Zeitumstände existentiell bedrohten Schutzräume von Kindheit und Familie. Um Fiktionalitätscharakter und Realitätsgehalt der Erzählung mit zahlreichen Andeutungen, Auslassungen und Vereinfachungen verstehen und einordnen zu können, bedarf es zwar einiges an Kontextwissen. Im Vergleich mit anderen, weniger realistisch inszenierten Filmen erschließt sich Schüler/innen im vorliegenden Drama jedoch die insgesamt glaubwürdigere Vermittlung von außerfilmischer Realität und fiktionaler Konstruktion.
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Land, Jahr: Deutschland, 2011
