Un Homme Qui Crie
Drama
Empfohlene Jahrgangsstufen:
ab 9.Klasse | ab 14 Jahren
FSK: ab 6
Empfohlene Fächer : Deutsch, Sozialkunde, Religion/Ethik, Politik, Medienkunde
Themen: Afrika, Individuum und Gesellschaft, Familie, Kriegsfolgen, Generationen, Armut, Moral
FSK: ab 6
Empfohlene Fächer : Deutsch, Sozialkunde, Religion/Ethik, Politik, Medienkunde
Themen: Afrika, Individuum und Gesellschaft, Familie, Kriegsfolgen, Generationen, Armut, Moral
Laufzeit: 92 Minuten
Inhalt
Souverän im Auftreten und gewissenhaft in der Ausübung seines Jobs: Der 55jährige Adam ist zuständig für den Poolbereich eines Luxushotels in der tschadischen Hauptstadt N`Djamena. Als er durch seinen Sohn Abdel ersetzt wird und fortan als Schrankenwächter arbeiten muss, ist der familiäre Konflikt vorprogrammiert. Gleichzeitig nimmt der Bürgerkrieg im Land bedrohliche Ausmaße an. Da Adam nicht genug Geld hat, um den von der Regierung geforderten Kriegsbeitrag für den Kampf gegen die Rebellen zu leisten, trifft er eine folgenschwere Entscheidung: er meldet seinen Sohn für den Dienst an der Waffe, der kurz darauf von der Armee verschleppt wird.
Umsetzung
Mahamat-Saleh Harouns dritter Spielfilm - Un Homme Qui Crie - überzeugt mit grandiosen Schauspielerleistungen sowie einer ausgefeilten Bildgestaltung. Dabei beherrscht Haroun das Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz sowie Licht und Schatten ebenso souverän wie er gekonnt zwischen poetischer Visualisierung und raffinierter Aussparung changiert. Haroun verzichtet konsequent auf explizite Kriegs- oder Gewaltdarstellungen. Vielmehr konzentriert er sich in langen Einstellungen auf die inneren Konflikte seiner Figuren, die er mit einer Tonspur kombiniert, die sich zunehmend mit Kriegsgeräuschen und -berichten via Radio verdichtet. Haroun verlangsamt immer wieder das Erzähltempo und fordert damit auch vom Zuschauer die intensive Beobachtung seiner Bilder ein.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Un Homme Qui Crie bietet für die Filmanalyse im Unterricht Anknüpfungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen: Neben der Thematik des sozialen Abstiegs beleuchtet der Film Kriegsfolgen hinsichtlich der Auflösung gesellschaftlicher und familiärer Strukturen sowie der Veränderung fundamentaler Denkweisen und Glaubensfragen des Einzelnen. Auf formaler Ebene ermöglichen die vornehmlich langen Einstellungen eine genaue Beobachtung des Bildaufbaus. Demgemäß sei zur Vorbereitung des Kinobesuchs eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Bildgestaltung empfohlen. Darüber hinaus kann die mediale Darstellung kriegerischer Konflikte im Allgemeinen thematisiert und somit an die aktuellen Unruhen in Nordafrika im Speziellen angeknüpft werden.
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
Land, Jahr: Frankreich, Belgien, Tschad, 2010
